Hygiene im Gesundheitswesen

Im Unterschied zu dem, was unter FOOD beschrieben wurde, bezieht sich das Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen und der Pflege hinsichtlich Reinigung und Desinfektion vorrangig auf die Infektionsprävention, und befolgt so andere Richtlinien als im Lebensmittelbereich vorgegeben sind.

Infektionsprävention

Die Bedeutung der Hygiene zur Infektionsprophylaxe kann kaum unterschätzt werden.

Der Erfolgsgeschichte der wissenschaftlichen Hygiene stehen aktuell zunehmende Defizite des Hygieneverhaltens, auch im klinischen Bereich, gegenüber. In vielen Einrichtungen ist offensichtlich die Kontamination mit Erregern für die üblichen und gängigen Reinigungsrituale immer noch zu hoch, was erklären könnte, daß es wiederkehrend und ständig neue Studien geben muß, die als Endaussage eigentlich das gleiche Resultat haben, nämlich daß z.B. MRSA – Infektionen durch ein verbessertes Reinigungsprogramm eingedämmt werden können. "Putzen hilft im Kampf gegen Keime" setzt auch voraus, daß die Umsetzung der Theorie in die Praxis erfolgreich ist.

In allen Bereichen des Gesundheitswesens orientieren sich die Hygiene-Verantwortlichen in der Regel an den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI), des Verbundes für Angewandte Hygiene e.V. (VAH), oder der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), insbesondere was die Verwendung von Desinfektionsmitteln oder die Hygieneanforderungen in diesen Bereichen betrifft.

Gemäß den RKI-Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen muss für Desinfektionsmittel und -verfahren die antimikrobielle Wirksamkeit belegt sein, die durch unabhängige Prüfungen nach standardisierten Testmethoden erstellt wird. Es hat lange gedauert, bis z.B. eine neue Testnorm bei den Oberflächendesinfektionsverfahren auch die gebrauchsfertigen Tuchsysteme und Wischmopps beurteilt, inwieweit auf nicht kontaminierten Folgeflächen eine Verschleppung von Keimen durch Desinfektionsfehler bei der Testfläche nachgewiesen werden kann.

Für die Anforderungen an Reinigungsmittel und -verfahren allerdings bestehen derzeit immer noch keine festgelegten Kriterien. Hier hat das RKI bzw. die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention in ihren Richtlinien keine Verfahren zur Überprüfung der Reinigungswirkung quantifiziert oder in anderer Weise standardisiert.

Für die Festlegung von Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen ist eine Unterscheidung von Risikobereichen in den verschiedenen Arbeitsbereichen eines Hauses zwingend erforderlich. Gleichwohl stellen die verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens auch unterschiedliche Anforderungen an die Reinigung und Desinfektion.

Wie im Lebensmittelbereich soll die Reinigung Keimverschleppung und –vermehrung unterbinden – nicht nur die Desinfektion. Auch hier hat die Reinigung die Aufgabe, Schmutz und damit natürlich auch den größten Teil der in diesem Schmutz enthaltenen Mikroorganismen zu entfernen. Durch Reinigung werden Keime mechanisch entfernt und es wird ihnen der Nährboden entzogen.

Durch eine gründliche Reinigung ist bereits eine Verminderung der Keime bis zu 80% möglich !

Der Einsatz der Desinfektionsmittel und die Wahl der Desinfektionsmethode sollte also den Risikogruppen und –bereichen entsprechend wohlüberlegt und dosiert werden, um einer zunehmenden Resistenzenbildung entgegenzuwirken.

Bereits durch ein gründliches Putzen lassen sich viele Kontaminationsrisiken vermeiden. So gibt es in allen Bereichen des Gesundheitswesens genügend Stellen, die nicht zwangsläufig desinfiziert, wohl aber sorgfältig gereinigt werden müssen. Hier ist generell die Einsatzmöglichkeit der Clean Card® PRO gegeben !

Gerade bei einem Einstufen-Desinfektionsprozess mit gleichzeitiger Reinigung und Desinfektion von Oberflächen kann man nicht immer davon ausgehen, daß wirklich alle Schmutzrückstände beseitigt sind. Zurückbleibende Reste beeinträchtigen oder heben die Desinfektionswirkung auf. In dem Sinne stellen Proteinrückstände wie auch die evtl. vorhandenen Tensidrückstände der Flächendesinfektionsmittel für Keime aber immer gute Wachstumsbedingungen dar, insbesondere im Fall einer Kumulierung dieses Schmutzauftrages. Daher ist eine regelmäßige Grundreinigung mit einer Abtragung all dieser Schichten empfehlenswert –und natürlich die Kontrolle, ob die Flächen nach der Reinigung auch wirklich sauber sind.

Risiken erkennen – Gesundheit schützen
Auch eine Desinfektion bedeutet generell keine Keimfreiheit, sondern nur eine Keimreduktion!

 

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